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Kybernetik

Kybernetik: damit Ihre Dinge richtig zusammen-wirken

Für den Business-Einsatz in Projekten habe ich eine sog. kybernetische Vernetzungsanalyse entwickelt. Die Vernetzung von Einflussfaktoren im Gesamtsystem und deren Abhängigkeiten werden so wirksam transparent, Dynamiken und Wechselwirkungen sichtbar, effektive Stellhebel identifizierbar und konkrete Maßnahmen ableitbar. So kann man komplexe Fragestellungen in vernetzten Systemen wirksam angehen.

Auch bei Phänomenen wie “Silo-Denken” oder divergierenden, scheinbar unversöhnlichen Standpunkten lässt sich damit ein gemeinsamer Standpunkt finden. Die mediatorische Wirkung und die Fokussierung auf das “Ganze” ist oft enorm, insbesondere dann, wenn wir dabei unsere Reflexionsfähigkeit systematisch trainieren sowie nutzen und nicht nur über die “Sache” nachdenken, sondern auch über unsere eigenen Sichtweisen auf die “Sache”. Entscheidend für die Wirkung dieser Vernetzungsanalyse ist, dass wir “Distanz” zum Geschehen bekommen, die dahinterliegenden “Muster” erkennen und somit auch Ansatzpunkte für wirksame Maßnahmen erlangen.

Einsatz von “Kybernetik zweiter Ordnung”

Wenn wir uns dann in der Analyse noch selbst als Beobachter einbeziehen und uns bewusst machen, dass wir alle blinde Flecken haben und unsere Wahrnehmung “Filterprozessen” unterliegt, resultiert daraus eine riesige Chance. Dann geht es nicht mehr um die Frage “wer hat recht” (weil es Objektivität als solche nicht gibt), sondern darum, welche Lösung die passende für die jeweilige Situation ist.

Kybernetik zweiter Ordnung bezieht also auch den Beobachter und dessen Perspektiven, Glaubensätze und blinde Flecke in die Lösungsfindung so mit ein, dass neue Lösungen möglich werden.

 

Der Begriff geht auf den Pionier Heinz von Foerster (1911 bis 2002) zurück. Es geht dabei um die “Beobachtung des Beobachters”. Seine Arbeit zur Selbst-Organisation, zur Systemtheorie und der Kybernetik zweiter Ordnung sind eine der Hauptpfeiler des kybernetischen Managements.

 

Wenn wir unsere eigenen Beobachtungen und Realitätskonstruktionen gezielt hinterfragen, ergeben sich oft sehr kurzfristig neue Perspektiven und Lösungen. Dabei helfen intelligente Tools wie die Vernetzungsanalyse.

 

Norbert Wiener (1894 – 1964) hat den Begriff “Kybernetik” im Jahr 1947 von dem griechischen Wort “kybernétes” für „Steuermann“ abgeleitet. In gedruckter Form wurde der Begriff von Wiener erstmals 1948 in “Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine” verwandt. Kybernetik kann man als die “Wissenschaft vom Strukturieren, Steuern und Regulieren komplexer Systeme durch Information und Kommunikation” bezeichnen.

William R. Ashby (1903 – 1972)

Gilt ebenfalls einer der Hauptpioniere der Kybernetik. Er entdeckte das “Gesetz der erforderlichen Varietät”, das Grundgesetz der Komplexität.

Frederic Vester (1925 – 2003) gilt als Begründer der Bio-Kybernetik (Steuerungs- und Regelungsvorgänge in Organismen und Ökosystemen) und als Pionier des vernetzten Denkens. In seinem Buch „Die Kunst vernetzt zu denken – Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität“ (Vester, 1999) beschreibt er sehr anschaulich seinen biokybernetischen Ansatz und das Sensitivitätsmodell, das sich auch im Zusammenhang mit unternehmerischen Fragen bewährt hat. Er hat in unvergleichlicher Weise die eher abstrakte Kybernetik nutzbar und greifbar gemacht, auch für Manager. Als international renommierter Forscher hat er diverse Preise gewonnen. Seine internationalen Bestseller wurden in 13 Sprachen übersetzt.

Ich selbst hatte kurz vor seinem Tod im Jahr 2003 die Gelegenheit, bei ihm persönlich ein intensives Training zu erleben.

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