Systemisch versus Mechanistisch

Systemisches Denken und Handeln kann als Gegenpol zu mechanistischem, eher “klassischem” Managementdenken verstanden werden. Die Systemische Managementlehre eignet sich insbesondere für Kontexte hoher Komplexität, Ungewissheit, Dynamik und Vernetzung.

Klassische Managementtheorien basieren auf der Prämisse von teils maximaler Arbeitsteilung und der Annahme, dass Unternehmen und Menschen in hohem Maße steuerbar, planbar und prognostizierbar sind – eine Annahme, die im komplexen Umfeld kaum zutreffend ist.

Aus einem systemischen Blickwinkel ist im komplexen Umfeld bei vorhandener Ungewissheit und Komplexität dynamisches, agiles, iteratives Vorgehen nötig.

Im klassischen Ansatz wird Information als objektivierbar angenommen. Demgegenüber betont systemisches Denken und Handeln, dass Menschen eigenständige Akteure sind, mit eigener “Wahrnehmungskonstruktion”.

Menschen als sich selbst organisierende, autopoietische Systeme

Auch ein einzelner Mensch ist im systemischen Sinne ein sich selbst organisierendes “System”, das durch seine ganz eigenen Wahrnehmungsprozesse Beobachtungen filtert und damit oft unbewusst entscheidet, welche Information für ihn oder sie relevant ist – oder eben nicht. Information ist nicht per se vorhanden – Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht (Bateson). Damit in zwei Hirnen ein Unterschied zur gleichen Information wird, braucht es wirksame Kommunikation, Information kann also nicht einfach “weitergegeben” werden. Das macht ja beispielsweise “Change-Prozesse” so anspruchsvoll, weil Botschaften des Managements oft als weniger relevant wahrgenommen werden als die “Gerüchteküche”. Bedeutungs- und Sinngebung kann also nur durch wirksame Kommunikation angeregt werden.