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Agilität steigern

Agilität steigern – und wie?

  • “Agilität” ist in aller Munde, aber ist sie auch schon in den Köpfen verankert?
  • Ist “Agilität” wirklich mehr als ein Buzzword?

Ein offenes Wort: Über Agilität wird viel geschrieben und diskutiert.

Agilität im Sport bestimmt die Leistungsfähigkeit in hohem Maße. Agilität ist dabei mehr als körperliche Beweglichkeit, Agilität wird auch durch mentale Stärke und die Fähigkeit zur Fokussierung bestimmt. Je mehr wir gestresst und über unser derzeitiges Limit hinaus gefordert sind, umso mehr leidet die Agilität. Das gilt sinngemäß auch für Unternehmen.

Die Komplexität im Umfeld und im Unternehmen erfordert, auf vieles gleichzeitig zu reagieren, vielschichtige Zusammenhänge zu durchdenken und der Tatsache Rechnung zu tragen, dass zukünftige Entwicklungen völlig ungewiss sein können. Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeiten in Netzwerken über Unternehmensgrenzen hinaus erfordert neue Führungs- und Organisationsmodelle.

Unternehmen müssen mehr denn je flexibel, stark und anpassungsfähig sein, um sich an dynamisch verändernde Umwelten anzupassen. Aber auch das reicht nicht: Unternehmen brauchen mehr denn je viele intelligente Mitdenker im Unternehmen, die Bedürfnisse von Kunden und Märkte im Fokus haben und aktiv für die richtige Innovation sorgen.

Leider sind Führungskräfte und Mitarbeiter mit operativen Dingen, mit dem Hier und Jetzt, oft schon so ausgelastet, dass für Investition in Zukunftsfähigkeit zu wenig Zeit bleibt. Da ist es doch verlockend, wenn es jetzt “agile Methoden” gibt, die man “implementiert und trainiert”, dann hat man doch viele Probleme gelöst??

Meine Erfahrung: Der Erfolg von “Agilitätsprojekten” hängt zu einem guten Teil von Führungs- und Organisationsfragen ab. Prozesse, Methoden, Tools haben hier unterstützenden Charakter, sind aber kein Allheilmittel!

Meine Empfehlung: “Agilitätsvorhaben” gezielt durchdenken, insbesondere in Bezug auf die vorhandenen Zielkonflikte und Dilemmas – welche Agilität bzw. welchen Aspekt davon brauchen wir wirklich? Oft werden Trainings und Workshops durchgeführt, die nicht auf die eigentlichen Ziele einzahlen, das ist eine verschenkte Investition!

Meine Sichtweise: Agil ist mehr als SCRUM! Agilität braucht agile Organisationsentwicklung!

Mangelnde Agilität resultiert oft aus einem ungenügenden Zusammenspiel von Strategie, Strukturen und Prozessen, eingesetzten Methoden, Kultur und Führungskräfteverhalten. Agilität ist also im systemischen Sinne eine sog. emergente Größe, also ein Resultat optimaler Synchronisierung vieler Faktoren im Unternehmen.

Damit nicht nur einzelne Projekte agil sind, sondern das gesamte Unternehmen, braucht es eine agile Organisationsentwicklung – und Spezialisten für Organisationsentwicklung. Denn: Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile! Mit den richtigen Ansatzpunkten kann man oft in kurzer Zeit sehr viel bewegen.

Und das bedeutet eben auch: Agil ist mehr als der Einsatz von Methoden wie Scrum, Kanban & Co! Der kluge Einsatz agiler Methoden in einem bestimmten Projekt oder Bereich kann Appetit auf mehr machen – wenn man es richtig anfängt und auch die “Skeptiker” sowie vorhandene Zielkonflikte und Dilemmas ernst nimmt sowie “mitnimmt”! Dazu gehört beispielsweise auch, die vorhandenen Bedürfnisse nach Stabilität, Planung und Orientierung sowie vorhandene Prozesse wie Reportings, Berichte, Meetingstrukturen, Budgetplanung, etc. zu berücksichtigen und ggf. anzupassen.

Und last but not least: Agilität und Innovationsfähigkeit sind auch eine Frage des “Agilen Mindsets”. Daher gehört für mich auch Persönlichkeitsentwicklung, z. B. in Form von Flexibilität in ungewohnten Kontexten oder der Fähigkeit aus Feedback schnell zu lernen, mit zur Agilität. Auch ein Mindestmaß an körperlicher Fitness und Präsenz sind wichtig, denn: der Körper ist nicht nur zum Spazierentragen des Kopfes gedacht! Für agile Persönlichkeitsentwicklung gibt es viele Wege. Ich habe selbst sehr von meinen sportlichen Aktivitäten, meiner Outdoor-Ausbildung und meinen zu Teilen eher ungewöhnlichen Ausbildungen (z. B. Musher-Ausbildung in Lappland oder Trail-Guide-Ausbildung in Südafrika) profitiert. Was man dort lernen kann? Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Und dann geht es darum, sich permanent neu nach vorne zu orientieren und gleichzeitig in der Gegenwart präsent zu sein, aus Fehlern zu lernen und sie auch wieder schnell “abzuhaken”.

Hilfreich sind erfahrungsgemäß auch selbstreflexive Tools, die das Nachdenken über sich und andere systematisieren.

Mehr zu meiner Sichtweise auf das Thema “Agiles Vorgehen”
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